Stefan Kreiger ist ein Künstler, der mit viel Humor, Witz und vor allem technischem Können Themen zusammenführt, die man auf den ersten Blick nicht miteinander in Verbindung setzen würde. Das große, übergeordnete Thema in seinem Werk ist die pop-kulturelle Heldenverehrung und deren Bildsprache. Als Medium der Auseinandersetzung hat der Künstler eine klassische, expressiv sinnliche Form der Malerei gewählt.

Gesichter prägen die Bild-zentrierte mediale Welt, die uns umgibt und prägt. Diese Welt dient als Medium und Plattform für unsere bildhafte Vorstellung von den Dingen, wird Speicher eines kollektiven Bewusstseins und vor allem Unterbewusstseins – und Ausgangspunkt der Bildbeschaffung.Als Vorlage für seine Porträts wählt der Künstler oft Protagonisten, die einen besonderen Wiedererkennungswert besitzen und zum Inbegriff der abgebildeten Person werden. Als Icon lesbar, bekommt die Abbildung eine größere Signifikanz als ihre historische oder fiktive Vorlage.

Stefan Kreiger nähert sich auf eine sehr individuellen Ebene gängigen Vorstellungen von ‚Männlichkeit’ an. Er spielt mit der Faszination, die große Männer ausüben. Diese Männer werden als Helden bzw. als deren Gegenspieler, als Antihelden, inszeniert. Gleichzeitig spürt man das Augenzwinkern, das diese Aufzählung begleitet. Als Maler überzeichnet er Mimik, Körpersprache, Symbolik und Attribute und evoziert so das stereotype Männerbild, das der Heldenverehrung als symbolischem Akt vorausgeht. Doch diese Figuren werden schnell zu Grimassen, zu Grotesken ihrer ursprünglichen Vorlagen. Wer ein Porträt neben dem anderen in zarten Pastelltönen leuchten sieht, weiß, dass eine Identifikation zum Scheitern verurteilt ist.

Beim Betrachten können diese Bilder sowohl Freude an einer technisch interessanten Umsetzung als auch Erstaunen auslösen, wenn eine bekannte Person als solche erkannt wird. Sie können aber auch befremdlich wirken, wenn sie in einer Ausstellung zueinander in Beziehung gesetzt werden und sich folgend intendierte und ungewollte … ergeben. Stefan Kreiger bevorzugt Öl- und Acrylmalerei. Im Laufe seiner künstlerischen Entwicklung hat er eine Malweise gefunden mit der er Bildinhalte auch stilistisch unterstreichen kann. Er setzt auf starke Hell-/ Dunkelkontraste und grafische Elemente, die als solche erkennbar bleiben sollen. Seine grobe, an-eckende Malweise steht im Kontrast zu einer sensiblen, reduzierten Farbpalette.

Ähnlich einem Chirurgen zerlegt der Künstler ein Gesicht mit jedem Pinselstrich und setzt es neu zusammen. Die Ergebnisse dieser Dissektion kann man hier sehen. Ziel dieses Vorgangs ist es unter anderem auf die Flexibilität und Offenheit zwischen verschiedenen Geschlechterrollen aufmerksam zu machen. Die Bilder bedienen sich der Formensprache aus Pose (vor allem Film und Fernsehen), Werbung, Pornografie und zitieren diese, dringen dabei in einen Bereich jenseits normierter Sexualität vor und spielen mit dem Gedanken, Geschlechtsmerkmale zu Attributen werden zu lassen.

Text: Mag. Saskia Nagy

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